Wünscht sich mehr Frauen in Führungspositionen und auf Konferenzbühnen. Netzwerkerin Christiane Wolff.
Wünscht sich mehr Frauen in Führungspositionen und auf Konferenzbühnen. Netzwerkerin Christiane Wolff. © Foto:Unternehmen

Christiane Wolff | | von Irmela Schwab

Mehr Mut, Mädels!

Christiane Wolff wurde vor kurzem zur Chief Corporate Communications Officer der Serviceplan Gruppe befördert. So eine Position gab es zuvor noch nie in der Agentur. Wie sie dorthin kam, liegt daran, dass sie sich zeigt, so wie sie ist: weiblich, aber mächtig. Genau das wünscht sich die Kommunikationsexpertin für viele andere Frauen. Wie es gelingen kann, erklärt sie in ihrem Beitrag. 

In den Medien gibt es derzeit eine neue Diskussion über die erfolgsversprechenden und besten Fördermöglichkeiten für die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Job. Und dennoch: Aus den vielen Gesprächen unter Kolleginnen, Freundinnen und Frauen aus meinem Netzwerk höre ich heraus, dass es einen Stillstand gibt. Oder zumindest die ernüchternde Bilanz, dass all das, was wir in den letzten Jahren für das Fortkommen von Frauen im Job getan haben, vielleicht nicht umsonst war, aber zumindest nicht den durchschlagenden Erfolg hatte, den wir Frauen uns gewünscht haben.

Fakt ist: Frauen in den Führungsetagen sind immer noch eine Seltenheit, bei Aufsichtsräten und Vorstandsposten ist die weibliche Rolle immer noch ziemlich unterrepräsentiert und beim Thema Gehalt ist es auch immer noch so, dass Männer in gleichen Positionen erheblich mehr Geld bekommen. Auf den Bühnen dieser Welt stehen immer noch zum Großteil Männer und auf Konferenzen sind männliche Anzugträger meist in der Überzahl. Und wenn ich jetzt mal ganz ehrlich bin: Das macht mich wütend. Ich kämpfe seitdem ich in der Kommunikationsbranche arbeite für das berufliche Fortkommen der Frauen. Und das ist eine ganz schön lange Zeit.

Mein persönlicher Eindruck ist: Wir können noch so viel in unseren exklusiven Frauennetzwerken unterwegs sein, noch so viel Präsentationstechniken lernen, Kommunikationsseminare besuchen, das richtige Business-Outfit anziehen und wir können uns Tag und Nacht coachen lassen. Was wir meistens im geschützten Raum tun. Ganz unter uns. Wir machen uns gegenseitig Mut, schimpfen über die Welt da draußen, fühlen uns unterdrückt und diskutieren unter uns, wie schlecht die Männerwelt da draußen ist.

Genau hier liegt das Problem: Im geschützten Raum sind wir mutig. Außerhalb dieses Raumes treibt uns oft der Zweifel. Die aktuelle Hirnforschung liefert uns dafür sogar den Beweis eines differenzierten Emotionssystems. Natürlich ticken wir ein wenig anders - und genau darin liegt unser Vorteil. Wir sprechen in der Arbeitswelt über heterogene Teams und den Wert verschiedener Betrachtungsweisen. Warum also vergleichen wir uns überhaupt mit Männern? Was wir endlich verstehen müssen, ist unsere Stärken als solche auch wahrzunehmen. Den Wert unserer Stärken zu erkennen und für uns und unser Unternehmen gewinnbringend einzusetzen. Wir müssen uns weder verstecken noch vergleichen. Wir müssen endlich den Mut haben, uns zu zeigen. Auf die Bühne gehen. Den Job annehmen, der uns angeboten wird. Oder für den kämpfen, den wir haben möchten. Und in den Diskussionen und auf den Podien der Welt das Wort ergreifen und nicht nur die Männer zu Wort kommen lassen. Endlich den zweiten Schritt tun, um das Miteinander von Frau und Mann im Job zu einem spannenden, inspirierenden und dabei gleichberechtigten Spiel werden zu lassen. Denn es macht Spaß, Macht zu haben und wir haben alles in der Hand, um sie uns endlich zu holen!

Mehr Mut, Mädels!

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